Audioguide mit Hörbehinderung – Uetliberg

Standort 08: Burgweid

Peter beginnt: «An diesem Standort komme ich auf ein spannendes und geheimnisvolles Thema zu sprechen: Burgen. Die Geschichten der Festungen auf dem Uetliberg und am Albis sind sehr speziell, was man so gar nicht erwarten würde. Mit den Burgen, die es hier früher gab, wurde auch ein Stück Zürcher Stadtgeschichte geschrieben. Aber darauf komme ich später zurück. Zuerst widmen wir uns der Frage, welche Burgen es hier überhaupt gab. Wie in einem Märchen thronten vereinzelte in den höchstgelegenen Gebieten. An Orten, die kaum zugänglich sind. Das ist verständlich, denn die Funktion war oftmals strategischer Natur: Festung, Grenzschutz oder Wegsicherung. Nur in wenigen Fällen ging es bei der Errichtung um einen Verwaltungsapparat. Deshalb erscheint es nur logisch, dass abgelegene Ortschaften für den Bau gewählt wurden. Wir können zum Teil nicht einmal zum schwer zugänglichen Gelände hin spazieren. Die Rede ist von mindestens sechs Burgen. Sie alle tragen berühmte Namen Manegg, Uto oder Schnabel- und Friesenburg. Von diesen vier genannten Burgen stehen heute noch Ruinen. Von den anderen, wie beispielsweise der Burg Baldern oder Sellenbüren, zeugen nur noch schriftliche Quellen von deren früheren Existenz. Auf den Geländen sieht man gar nichts mehr.

So, aber nun kehren wir zurück zur Frage, was die Burgen mit der Zürcher Stadtgeschichte zu tun haben. Spannend ist die Geschichte rund um die Burg Baldern. Sie liegt von hier etwa 250 Meter in Richtung Albishorn entfernt. Mauern gibt es keine mehr, dafür sind zwei ovale Podeste erhalten geblieben und es gibt eine Legende rund um die Zürcher Kirche Frau Münster. Und zwar geht es um die Töchter von Ludwig dem Deutschen. Die beiden liebten die Einsamkeit und diesen Ort sehr. Sie verliessen die Burg nur für einen bestimmten Anlass und zogen Richtung See. Und zwar gingen sie der Legende nach einem weissen Hirsch nach, der Kerzen auf dem Geweih trug. Das Tier führte sie an den Ort, an dem das Gotteshaus gegründet werden sollte. Und an diesem Standort steht heute das Frau Münster.

Zuoberst auf dem Uetliberg, von wo wir vor ein paar Stunden gestartet sind, stand übrigens noch die sogenannte Uto-Burg. Ein kleines Stück der etwas kitschig restaurierten, historischen Mauer ist noch zu sehen. Zudem ist Manegg ein berühmter Begriff und hat denselben Wortstamm wie die Manesse-Schrift. Friesenberg war ebenfalls eine berühmte Burg, die in Abgeschiedenheit thronte und verhinderte, dass Fremde einfach und bequem hinaufkamen.

Susanne: «Uff, auf diesen Burgen hätte man mich als Wächterin oder realistischer als Folterknecht einstellen können.»