Audioguide mit Hörbehinderung – Rigi-Panoramaweg

Rigi Standort 2.6

Urs, David und Susanne schauen sich am neuen Ort um und bestaunen die Natur. Urs beginnt zu erzählen: «Die Biodiversität, die Fauna und Flora, die man auf dem Berg findet, ist wirklich unglaublich. Das liegt an der Geologie, dem milden Klima, den verschiedenen Höhenlagen und an der Eisfreiheit, die es hier oben gab. Die Region kommt einer Insel gleich und das alles half, dass heute eine reiche Biodiversität vorherrscht. Zudem sorgte die Alpwirtschaft dafür, dass es nicht überall Bäume hat. Der Wald bedeckt zwar mit 3700 Hektar immer noch etwa 40 Prozent des Berges. Aber mit den Alpweiden gab es neue Lebensräume für Insekten und Pflanzen wie beispielsweise den Orchideen. Zudem gab es aufgrund des Wassers ein Flachmoor und es gibt einen kleinen Teich. Letzteres ist die Heimat von Mölchen, Fröschen und Lurchen. Bekannt sind die Erdkröten, die mit ihren kleinen Beinen den Berg runter bis zum Vierwaldstättersee hüpfen, dort laichen und dann wieder zurück zum Teich kommen. Und die jungen Kröten machen den Weg dann auch und finden zurück auf den Berg.

Auf dem Berg gibt es 890 verschiedene Blütenpflanzen, 300 Flechten- und 100 Moosarten. Von den knapp 60 Orchideenarten, die es in der Schweiz gibt, wachsen 37 auf der Rigi. Sie wachsen vor allem in ökologischen Nischen, in Felsbändern oder dort, wo es für Menschen nicht zugänglich ist. Die ganze Rigi ist übrigens ein Pflanzenschutzgebiet, man darf also keine Pflanzen ausreissen. Diese Massnahme trägt zur Biodiversität bei. Zudem ist das Gebiet für Wildtiere eine wichtige Verbindung zwischen den Alpen und dem Mittelland. Man begegnet hier Gämsen, Rotwild und Rehen. Der Berg lebt. Er lebt, weil es wunderschöne Pflanzen und Tiere gibt und weil ganz viele tolle Gäste den Berg besuchen.»

Urs richtet sich an Susanne: «Was bedeuten Blumen für Personen mit einer Sehbehinderung? Weil man sie nicht sehen kann, konzentriert man sich dann mehr auf den Duft?»

Susanne antwortet scherzhaft: «Es gibt schon wenige Blumen, die riechen. Aber wenn man mit der Nase nicht direkt zum Boden will, muss man sie ja ausrupfen und das sollte man ja nicht, wie du soeben gesagt hast.»

Urs antwortet: «Das sagst du richtig.»

Susanne erwidert nun: «Es ist natürlich schade, dass wir die Blumenwiesen nicht sehen, aber es ist trotzdem schön, dass Pflanzen und Blumen in der Natur wachsen. Ich habe auch gerne eine Zimmerpflanze, aber mit Schnittblumen kann ich nicht viel anfangen. Die verschenke ich jeweils wieder.»