Audioguide mit Hörbehinderung – Rigi-Panoramaweg

Rigi Standort 2.5

Urs, David und Susanne halten an diesem Standort an und Urs beginnt zu erzählen: «Ich berichtete bereits vom Boom des Rigi-Tourismus. Um 1870 wollten natürlich alle Teil des Erfolgs sein. 1873 gab es eine Gesellschaft namens Regina Montium, also Königin der Berge. Geplant wurde der Bau einer Bahn vom Kaltbad in die Rigi-Scheidegg und einen Anschluss an die Vitznau-Rigi-Bahn, die ja bereits seit 1871 ins Kaltbad führte. Die Gesellschaft Regina Montium hat zudem ein Hotel in der Rigi-First gebaut, dann aber auch die Hotels auf der Rigi-Kulm und der Scheidegg übernommen, wodurch sie relativ schnell Konkurs ging. Die Bahn selbst hatte eine bewegte Geschichte: Sie wurde 1874 bis 1875 gebaut und hat in all den Betriebsjahren bis 1931 nur etwa in zwei, drei Jahren schwarze Zahlen geschrieben. Der Rest war immer defizitär. 1931 wurde der Betrieb eingestellt, 1942 die Strecke abgebrochen und die Schienen herausgenommen. Man verdiente dann noch etwas mit dem Verkauf des Eisens. Um diese Bahn zu bauen, und das war damals die allerhöchste Adhäsionsbahn von Europa, brauchte es sehr viel Know-how. Man musste Erd- und Felsarbeiten erledigen und einen Tunnel mit einer Länge von 70 Metern bauen. Ausserdem entstand eine Brücke, nämlich jene, auf der wir gerade stehen. Sie ist 50 Meter lang und eine wunderschöne Fachwerkbrücke. Die Bahn wurde schliesslich am 1. Juni 1875 eröffnet und die Baukosten betrugen 1,6 Millionen Schweizer Franken. Sie hatte auf 6'747 Meter eine Höhendifferenz von knapp 200 Metern überwunden, also eine Steigung von 50 Promille. 1875 eröffnet, ging sie 1878 schon das erste Mal Konkurs. Sie wurde zwangsliquidiert. 1979 hat eine neue Gesellschaft die Bahn wieder aufgebaut und bis 1931 weitergeführt. Heute sieht man noch den Wagen Nummer 7, der ganz in der Nähe bei Unterstetten als Ferienhaus genutzt wird. Läuft man dort vorbei, sieht man die Fenster und wie dieser Wagen auf einem Stück Gleis steht. Heute ist die ganze Strecke im Sommer zu einem fantastischen Wanderweg geworden und im Winter wird sie als Langlaufloipe genutzt.»

David merkt an: «Die Umnutzung dieser Trasse hat natürlich einen positiven Effekt für uns Rollstuhlfahrenden. Darum gibt es hier auch einen barrierefreien Wanderweg und niemand muss mich hochtragen wie die Queen damals.»