Audioguide mit Hörbehinderung – Rigi-Panoramaweg
Rigi Standort 2.3
Urs beginnt am dritten Standort zu erzählen: «Wir sind hier bei der neuen Alpkäserei Rigi First, die 2025 eröffnet wurde. Die dazu benötigte Milch kommt aus der Alpwirtschaft der Region. Über 70 Prozent des Berges werden alpwirtschaftlich genutzt. Die erste Nutzung wurde schon im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Menschen haben im Sommer das Vieh auf den Berg getrieben. Die Gründe sind vielfältig: Die Rigi ist extrem gut erreichbar, man kommt zu Fuss hoch und das Vieh kann ebenfalls problemlos hochlaufen. Es ist eine Südlage, was gesundes Gras bedeutet. Die Kühe haben wirklich vom Frühsommer bis Herbst genug zu fressen. Und es hat genügend Wasser zum Trinken.
Die Älpler, die gekommen sind, haben auch immer den sozialen Kontakt und den Zeitvertrieb gesucht. Man kann ja nicht den ganzen Tag nur zu den Kühen schauen. Dann haben sie relativ bald mit Spielen und Wettkämpfen angefangen. Gewisse Traditionen gibt es heute noch. Beispielsweise findet in der Staffel oben das Rigi-Schwingfest heute noch jährlich statt. Es ist eine prächtige Naturarena mit einem gewaltigen Panorama. Organisiert wird das Fest von der Sennengesellschaft Arth. Auch das ist eine sehr alte Gesellschaft, die zurück bis ins Jahr 1593 geht. Hinter der Sennengesellschaft stand der Solidaritätsgedanken unter den Älpler*innen. Man war auch sehr gläubig und hat immer um göttlichen Beistand gebeten, auch bei Krankheiten. Oder auch, wenn das Vieh krank wurde. Diese Traditionen werden auf dem Berg immer noch gepflegt. Man macht das nicht für die Gäste und Touristen, sondern für sich selbst. Dazu gehörten auch ein traditioneller Alpaufzug und ein Gebetsruf am Abend, wenn der Älpler mit seinem Trichter vor das Haus geht und betet, dass das Vieh von Krankheiten verschont bleiben möge und dass der Blitz nicht ins Haus einschlägt.
Die Kühe werden seit Jahrhunderten immer wieder mit Lockrufen gerufen, damit sie am Abend zurück in den Stall kehren und damit sie gemolken werden können. Der Alpaufzug und -abzug ist mit dem Schmücken der Tiere eine Tradition, die nicht nur auf der Rigi, sondern überall in der Schweiz gepflegt wird. Aber was machen die Kühe eigentlich die ganze Zeit auf dem Berg? Sie geben Milch. Und was macht man mit dieser Milch? Man verarbeitet sie. Franz Toni von der Käserei Chäserenholz bezieht Milch ausschliesslich von seinen 76 Kühen. Vreni Dahinden verarbeitet in ihrem Alpbetrieb ebenfalls nur Milch ihrer eigenen Kühe. So wird insgesamt etwa 20 Tonnen Käse auf dem Berg hergestellt. 60 Prozent davon wird direkt über die Alp verkauft. Der Rest ist dann über verschiedene Distributoren im Tal erhältlich. Wenn man irgendwann in ein Restaurant in der Rigi einkehrt, findet man den Alpkäse entweder auf einem Käseteller, im Cordon Bleu oder in einem Fondue. So, und was macht der Älpler den ganzen Tag? Das ist wirklich kein einfacher Job und kann streng sein. Er muss zur Tagwache um 5 Uhr aufstehen. Dann muss er die Kühe melken und zur Weide bringen. Dann isst er selbst etwas. Danach muss er die Milch zum Käser bringen und den Stall sauber machen. Nebenbei füttert er das Kleinvieh und kontrolliert das Geschehen auf der Weide. Er schaut, ob die Zäune in Ordnung sind, bevor es zum Mittagessen geht. Am Nachmittag kümmert er sich um das Unkraut, holzt und heut. Er schlägt neue Pfähle ein und muss den Mist und die Gülle rausbringen. Am Abend muss er die Kühe wieder melken, bevor es um 19 Uhr Zeit für das Abendessen ist. Danach geht er nach dem Alpsegen relativ früh schlafen.»