Audioguide mit Hörbehinderung – Rigi-Panoramaweg

Rigi Standort 2.1

Urs, Susanne und David kommen am ersten Standort an und Urs beginnt gleich zu erklären: «Die Rigi ist mit neun Bahnen, die auf den Berg führen, verkehrstechnisch hervorragend erschlossen. Zwei Zahnradbahnen starten von Vitznau. Eine davon wurde 1871 eröffnet und ist Europas älteste Zahnradbahn. Die Anlage löste schon damals ein grosses Medienecho aus, denn die Bauart war einzigartig. Die Trassen sind noch immer erhalten und man kann die Drainagen sehen, die erbaut wurden, damit das Wasser abfliessen konnte. Dieser ursprüngliche Zustand ist weitgehend unverändert geblieben und kommt einem technologischen Denkmal gleich. Zudem fahren zwei Dampfloks heute noch regelmässig. In den 1950er und 1960er Jahren kamen dann sieben Luftseilbahnen dazu. Von Vitznau aus führen zwei zu verschiedenen Aussichtsplattformen und die grösste startet von Weggis bis Rigi-Kaltbad. Eine weitere hat ihre Basis in Brunnen und führt zum Urmiberg. Und schliesslich gibt es noch eine, die von Küsnacht auf die Seebodenalp führt. Der Berg ist von allen Seiten auf eine Art erschlossen, die in Europa einzigartig ist. Die Erschliessung mit den Seilbahnen führte auch dazu, dass auf der Scheidegg und Burggeist Siedlungen mit Ferienwohnungen entstanden sind.»

Urs überlegt und fragt dann Susanne: «Wie bist du eigentlich auf den Berg gekommen, Susanne? Es gibt ja neun Bahnen zur Auswahl.»

Susanne antwortet: «Bei mir braucht es immer eine gute Vorbereitung. Ich habe vor ein paar Tagen den Fahrplan studiert und gelesen, dass es für mich drei Möglichkeiten gibt. Ich kenne die Region von früher her und musste schauen, wo ein Umstieg zeitlich überhaupt möglich ist. Dank den Markierungen an den Treppengeländen in Brailleschrift bei den Bahnhöfen findet man dann die Gleise. Solche Hilfen ermöglichen mir, den zu Weg finden, aber am Ende sollte man die Bahnhöfe schon kennen. Ich investierte sicher 20 Minuten, um den für mich optimalen Weg bis Rigi-Kaltbad zu finden. Eine grosse Hilfe sind auch die Signale an den Türen, die sogar die Rigi-Bahn hat. Der Ton gibt an, wo eine Tür ist, und so findet man dann den Knopf, um sie zu öffnen. Es gibt noch immer viele Züge, die das nicht haben, für uns bedeutet das dann schmutzige Hände, weil wir von aussen den ganzen Zug entlang streichen müssen, bis wir dir Tür finden.»

Susanne wendet sich nun an David und fragt auch ihn: «Und du David, auf welche Hürden bist du gestossen, um im Rollstuhl den Weg hierhin zu finden?

David antwortet: «Ja, also für mich braucht es auch eine gewisse Vorbereitung. Ich musste herausfinden, wo Niederflur-Züge im Einsatz sind oder wo ich mich eine Stunde vorher anmelden muss. So konnte ich eruieren, welches die beste Verbindung für mich nach Vitznau ist. Auf der Webseite der Rigi-Bahn findet man zudem ein Dokument mit den Informationen, welche Stationen barrierefrei sind. So habe ich gesehen, dass die Haltestellen Vitznau und Rigi-Kaltbad zugänglich sind. So war diese Anreise für mich sehr angenehm und komfortabel.»