Audioguide mit Hörbehinderung – Rigi-Chänzeliweg
Rigi Standort 1.3
Susanne, David und Urs wandern weiter. Urs beginnt am nächsten Standpunkt zu erzählen: «Die Rigi ist zwar als Sommerberg bekannt. Dennoch sieht man rechts oben den Grat-Alp-Skilift. Auch Winteraktivitäten haben auf der Rigi eine lange Tradition. Es waren die Skifahrer, die zuerst über das Nebelmeer hochkamen.
Rosa Dahinden lebte von 1872 bis 1960 und war eine attraktive Hoteliersfrau. Man nannte sie die Schneerose. Im Januar und Februar 1906 organisierte sie auf dem Berg zwei Skirennen, die in der Luzerner Zeitung entsprechend beworben wurden. Die Leute standen in Vitznau zuhauf auf dem Perron. Die Bahn musste viel fahren und plötzlich wurde den Mitarbeitenden bewusst, dass das ein attraktives Geschäft war. Die Sportler*innen waren begeistert und die Verantwortlichen der Bahn ebenfalls. In der ersten Saison transportierte die Bahn fast 3600 Passagiere. Das klingt zunächst nach viel Menschen. Heutzutage sind es aber bis zu 10 000 Fahrgäste, die an nur einem Tag auf den Berg kommen. Das sind mehr als doppelt so viele an einem Tag wie damals in einer ganzen Wintersaison. Als der Wintertourismus in der Region blühte, gehörten neben dem Skifahren auch das Schlitteln und Skispringen dazu. Es gab eine Sprungschanze und ein Skijöring, wo man auf den Skiern hinter einem Pferd nachgezogen wurde. Zudem gab es Eisfelder, Eishockey, Curling und Eistockschiessen. Auch das Eiskunstlaufen gehörte dazu. Heute sind auf den 30 Kilometer langen Pfaden vor allem Winterwandern, Schneeschuhlaufen und Schlitteln populär.»
Nach dieser Geschichte über den Wintersport interessiert sich Urs für den Sport für Menschen mit Behinderungen. Er fragt zuerst David: «David, es ist ja schon im Sommer ein Handicap, mit dem Rollstuhl unterwegs zu sein. Wie sieht es eigentlich im Winter aus?»
David antwortet: «Ja, das stimmt, der Schnee und der Rollstuhl vertragen sich schlecht. Auf dem Schnee vorwärtszukommen, ist herausfordernd. Wir können aber dennoch Wintersport betreiben. Ich selbst fahre Monoski. Das ist ein Sitz auf einem Ski, und mit dem kommt man stehenden Skifahrer*innen locker hinterher. Es gibt auch Möglichkeiten für Langlauf oder Curling. Im Sommer haben wir ebenfalls viele Gelegenheiten, Sport zu treiben. Beispielsweise Handbike, Golf, Wandern oder auch Gleitschirmfliegen. Ich bin auch selbst schon zweimal als Passagier mitgeflogen.»
David erinnert sich an etwas, dass Susanne mal erzählt hat und fragt sie: «Susanne, du bist doch auch schon Gleitschirm geflogen, nicht?»
Susanne beginnt zu erzählen: «Ja, ich bin zehn Jahre allein Gleitschirm geflogen, unter anderem hier auf der Rigi. Ich kenne sieben Startplätze und drei Landeplätze hier. Wir Personen mit Sehbehinderungen können mit der richtigen Begleitung sehr viel machen. Mit dem nötigen Mut kann man zum Beispiel auch Kanufahren, River Rafting, Klettern, Wandern und Tandem fliegen. Man könnte auch Bungee-jumpen. Biken allein geht aber nicht gut. Ich bin auch jahrelang auf Pferden geritten. Also da gibt es unzählige Möglichkeiten, einfach immer in Begleitung. Auch im Winter, Skifahren mit einem Begleiter, der einem sagt, wann man Rechts- und Linkskurven machen muss. Ich war früher auch snowboarden. Langlaufen geht auch. Da wird es interessant, wenn der Spazierweg über die Loipe geht und man die Anschlussspur wieder finden muss. Schlitteln kann man natürlich auch. Wenn dann die Begleitung sagt, jetzt musst du rechts steuern, macht man meist eine Vollbremsung und kippt vom Schlitten.»
Bei der Vorstellung dieser Situation müssen alle drei lachen.