Audioguide mit Hörbehinderung – Rigi-Chänzeliweg

Rigi Standort 1.2

Beim diesem Standort angekommen, erzählt Urs die Geschichte rund um das Spa Kaltbad: Im Kaltbad gibt es seit Jahrhunderten eine Quelle, wo das Wasser mit 5 Grad aus dem Berg sprudelt. 1540 dachte sich Bartel Johler aus Wäggis, der viele Gebrechen mit sich trug, dass er in das kalte Wasser baden gehen wolle. Plötzlich wurde er gesund. Seine Heilung sprach sich herum und dieses Ereignis war der Start vom Kurtourismus auf der Rigi. Ein paar Jahrzehnte später um 1600 reisten etwa 100 Badegäste jeden Tag ins Kaltbad.

Es gab aber nicht nur die Badekuren, sondern auch Milchkuren. Diese trug einen besonderen Namen, weil sich die Kühe von den Alpenkräuter hier oben ernährten. Alpenkräuter waren schon damals für ihre gesunde Wirkung bekannt. Sie galten als Tee serviert als wahres Wunder-Elixier. Witzigerweise trieb man die Ziegen und Kühe am Abend in die Speisehalle. Man hat die Tiere vor den Augen der Gäste gemolken und ihnen die frische lauwarme Milch serviert. Die empfohlene Tagesration lag bei drei Litern. Also drei Liter Milch am Tag, da könnt ihr euch vorstellen, wie da der Bauch rumort und es im Darm gegrummelt hat. Das «Gesundwerden» hatte auch sehr viel mit Glauben zu tun.»

Urs fällt zum Thema eine Frage ein: «Wenn ich gerade beim Milchtrinken bin Susanne, wie merkst du eigentlich, ob ein Glas Milch voll ist?»

Susanne freut sich über die Frage: «Es gibt mehrere Methoden, um das herauszufinden. Ich arbeite mit Gewicht und Ton. Kennt man das Glas, so weiss man, wie schwer es ist, wenn es leer oder voll ist. Geräusche helfen auch sehr. Man hört, wenn das Glas voll ist. Bei Mineralwasser kann man auch den Finger oben quer über den Rand legen. Sobald es am Finger kitzelt, muss man aufhören, einzuschenken. Es gibt einige Menschen mit Sehbehinderungen, die stecken auch den ganzen Finger ins Glas und wenn die Fingerkuppe nass wird, dann ist das Glas voll. Das empfiehlt sich nicht bei Heissgetränken. Es gibt auch Hilfsmittel, die man über den Glasrand steckt. Sobald dann die Flüssigkeit oben ankommt, fängt es an zu pfeifen. Man darf aber nur langsam einschenken, da der Alarm verzögert klingelt. Schwieriger wird das Einschenken mit Flüssigkeiten, die nicht stark fliessen. Milch geht, aber Suppe oder Sirup sind schwierig, weil man es viel schlechter hört. Dort nimmt man besser eine Suppenkelle. Beim Sirup wird es entsprechend süsser.

Beim Kochen gibt es gewisse Herausforderungen. Je geschickter man mit den Fingern ist, desto besser kann man kochen. Ich habe vor allem Mühe, wenn ich meinen Lieblingskuchen machen will. Den dickflüssigen Teig einer Roulade sollte man 3mm auf einem Blech ausstreichen. Bei mir sind es immer 1 mm oder 1 cm und das backt sich dann natürlich nicht gut. Darum lasse ich mir diesen Kuchen immer auf den Geburtstag schenken. Ich habe ausserdem eine Waage, die mit mir spricht, um in der Küche besser abzumessen.»

Nun fragt Susanne auch David: «David, wie geht das Kochen bei dir, wenn man im Rollstuhl sitzt?»

David antwortet: «Ich persönlich brauche wenig Hilfsmittel, weil ich habe eine angepasste Küche. Ich habe alles auf meiner Höhe und ein verstellbares Waschbecken. Es gibt auch die Möglichkeit, verstellbare Kochfelder einzubauen oder sogar ganze Küchen.  Gerade für Personen mit eingeschränkten Funktionen der Hände gibt es spezielles Besteck, Sparschäler oder auch Schneidebretter. Letzteres haben Nägel drauf, damit die Speisen halten und man sie gut schneiden kann.»

Die drei machen sich nach diesem Austausch weiter auf den Weg.